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Leadec global

„Häufig geht es um einen höheren Automatisierungsgrad“

E-Commerce und Online-Retail boomen. Mehr als 160 Milliarden Pakete werden pro Jahr weltweit verschickt. Im Interview erläutert Thomas Leitner, Vice President Global Business Development, welche Rolle Leadec dabei spielt und welche Chancen diese Branche bietet.  

Herr Leitner, seit 2022 arbeiten Sie daran, im Bereich Paket- und Logistikzentren neue Kunden zu gewinnen und Leistungen auszubauen. Warum ist dieser Markt für Leadec wichtig?

In den letzten fünf Jahren ist dieses Marktsegment überproportional gewachsen. Dies hatte zum einen mit unserem Kaufverhalten zu tun, zum anderen mit der Coronapandemie. Allein das Volumen im Bereich E-Commerce hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt.
 

Um den steigenden Bedarf zu decken, haben die Unternehmen sehr viele neue Zentren gebaut oder in Betrieb genommen. Nur wenige Anbieter wie Amazon liefern selbst aus. Deshalb haben auch die Paketdienstleister ihre Netzwerke entsprechend ausgebaut.
 

In der Vergangenheit waren wir bereits in Logistikzentren von Automobilherstellern tätig, etwa im Bereich Ersatzteilmanagement. Diese Leistungen übertragen wir auf Paket- und Logistikzentren im E-Commerce.

Durch Diversified Automation in den USA und Elmleigh in England führt Leadec bereits viele Projekte in diesem Bereich aus.

Seit 2020 gehört Diversified Automation zur Leadec-Gruppe, 2022 kam Elmleigh hinzu. Beide sind seit vielen Jahren mit Projekten in diesem Marktsegment unterwegs.
 

DA legt seinen Schwerpunkt auf Kunden in Paketverteilzentren oder aus dem E-Commerce in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen stellt seine Systemsteuerungen und Softwarelösungen führenden Herstellern von Lager- und Fördertechnik zur Verfügung, die ihrerseits für globale Paketdienstleister und Onlinehändler tätig sind.
 

Elmleigh ist ein Spezialist für Prozessautomatisierung und Systemintegrator. Zu den Kunden gehören einige der größten Unternehmen im Bereich Paketverteilzentren in Großbritannien und Europa. Darüber hinaus sind sie mit ihren Leistungen im Food-and-Beverage-Segment vertreten. Die Dienstleistungen reichen von Planung und Projektmanagement sowie elektrische und mechanische Installationen, Schaltschrankbau, ATEX-Installationen bis hin zu Software- und Automatisierungslösungen.
 

Inwiefern unterscheiden sich Paket- und Logistikzentren von anderen Fabriken?

Der größte Unterschied ist, dass hier in der Regel nichts hergestellt wird. In Paketzentren werden Pakete gesammelt, sortiert und ausgeliefert. In Logistik- oder E-Commerce-Zentren werden Produkte eingelagert und auf Bestellung wieder ausgelagert und durch die Paketdienstleister versandt. Teilweise erfolgt das hochautomatisiert.
 

Alle Anlagen benötigen auch hier regelmäßige Wartung, hinzu kommen mechanische und elektrische Installationen, Retrofit der Sortieranlagen, SPS-Programmierung oder Leistungen rund um das Facility Management – alles Dinge, mit denen wir uns auskennen.

Je nach Größe der Sortierzentren bzw. Warenlager haben wir die Möglichkeit, unsere Kunden entweder mit Vor-Ort-Teams oder „Field-Service“-Teams zu unterstützen.
 

Wo sehen Sie perspektivisch die größten Chancen für uns in diesem Bereich?

Den größten Bedarf sehen wir bei Projekten und Instandhaltungsleistungen. Dabei stehen Umbauten, Retrofit und Optimierungen in bestehenden Zentren im Fokus. Hier geht es häufig darum, einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen, wozu wir auch international zusammenarbeiten, z. B. unterstützen die Fachleute von DA mit ihrem Wissen in Brasilien.
 

Zum anderen ist die Instandhaltung vor Ort gefragt. Bislang wurde die Instandhaltung häufig von den Integratoren (Anlagenerrichtern) übernommen, die den Auftrag als Generalunternehmer hatten – mit entsprechenden Preisen. Unser Vorteil als technischer Dienstleister: wir sind herstellerneutral, flexibel und schließen eine Lücke zwischen den Integratoren und den klassischen Facility-Management-Anbietern.

 

Paket- und E-Commerce-Industrie 


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