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Smarte Stapelhilfe: KI-gestützte Sortierung im Leergutmanagement

Anwenderbericht

Rund 12.000 Kleinladungsträger (KLT) werden täglich im Leergutmanagement eines Automobilherstellers sortiert, geprüft und für den Wiedereinsatz vorbereitet. Es geht um Schnelligkeit und Genauigkeit. Und zwar die ganze Zeit. Leadec setzt deshalb auf eine neue KI‑gestützte Pick‑and‑Place‑Lösung. Diese erkennt die KLT automatisch, greift sie und stapelt sie – und verbessert so die Prozessstabilität und entlastet die Mitarbeitenden. 

Behälter auf dem Fließband identifizieren, greifen und sauber auf Paletten stapeln – dafür sind die Mitarbeitenden im MDC-Werk in Kölleda im Einsatz. Rund 1.800 Paletten Leergut werden hier täglich im Zweischichtbetrieb verarbeitet. Was nach einem einfachen Vorgang klingt, ist in der Praxis ein arbeitsintensiver, wiederkehrender Prozess – und für den Produktionsfluss zugleich hochrelevant. Denn ein gut funktionierendes Leergutmanagement verhindert Produktionsstillstände und stellt sicher, dass die richtigen Behälter jederzeit für das Produktionsmaterial verfügbar sind.

Vor diesem Hintergrund suchte Leadec nach einer zukunftsfähigen Pick-and-Place-Lösung, um die Abläufe zu stabilisieren, manuelle Arbeit zu reduzieren und Mitarbeitende gezielt zu entlasten. Ziel ist es, eine bisher vollständig manuelle Tätigkeit automatisiert abzubilden, ohne die bestehenden Abläufe grundlegend umzustellen. Seit einigen Monaten unterstützt „Kalle” beim Sortieren, so hat das Team den kollaborativen Roboter (Cobot) getauft.  

 

Dieser nimmt die KLT mit einem Sauggreifer auf und stapelt jeden Typ gemäß Vorgabe auf Paletten ab. Möglich wird dies durch die direkt am Cobot installierte Robot-Vision-Software von Vathos. Mithilfe einer 3D-Kamera und KI-gestützter Algorithmen kann das System die verschiedenen KLT-Typen unabhängig von ihrer Position präzise erkennen und unterscheiden. Dafür wurde die Software automatisch mit synthetischen Daten der verschiedenen KLT-Typen trainiert, so dass ein präziser, millimetergenauer Griff möglich wird. 

200 KLT-Typen im Einsatz

„Insgesamt sind am Standort Kölleda rund 200 verschiedene KLT-Typen im Einsatz. Im ersten Schritt haben wir uns für die zwei Highrunner entschieden: einen der größten und einen der kleinsten KLT-Typen. Diese machen zusammen rund 30 Prozent der Gesamtmenge aus. Unser Ziel war es, die Leistungsfähigkeit des Systems sowohl bei geringer als auch bei hoher Packdichte zu testen, also entweder 15 KLT pro Palette beim großen Typ oder 60 KLT beim kleineren Typ“, erklärt Stefan Hintz, Logistikleiter Leadec in Kölleda. 

 

Ende Februar 2026 ist die Lösung in den Regelbetrieb übergegangen und wird weiter ausgebaut. Ziel ist es, zukünftig mehr als die Hälfte der Kleinladungsträger automatisiert sortieren zu lassen. Menschen und Cobot arbeiten dabei Hand in Hand. Der neue Kollege Kalle unterstützt das Team dabei, eine gleichbleibende Prozessqualität sowie hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten. 

 

Schnelle Einrichtung und Erweiterung 

„Wir haben uns bewusst für einen Cobot entschieden, um eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu ermöglichen. Zudem erleichtert ein benutzerfreundliches User-Interface die Einrichtung und Optimierung. Neue KLT-Varianten können schnell und ohne aufwendige Programmierung hinzugefügt werden“, so Stephan Hihn, Global Head of Product Management bei Leadec. Auch in weiteren, von Leadec betriebenen Logistikzentren soll die Lösung bald eingesetzt und zusätzliche Einsatzgebiete erschlossen werden. 

 

Hier zahlt sich die technische Flexibilität der Lösung von Vathos aus. Diese ist hardwareunabhängig und lässt sich unkompliziert in bestehende Sensorik, Robotik und IT‑Landschaften integrieren. „Unsere Robot‑Vision‑Software unterstützt gängige 3D‑Sensoren ebenso wie unterschiedliche Robotersysteme und kommuniziert über standardisierte Schnittstellen. Die Konnektoren für Kamera- und Robotiksysteme lassen sich per Plug‑and‑Play aktivieren oder austauschen, ohne dass Integratoren Parametrierungen manuell neu anlegen müssen. Die Objekterkennung selbst basiert auf mehreren kombinierten KI‑Modellen und ermöglicht eine zuverlässige Identifizierung selbst in unstrukturierten Umgebungen“, erläutert Nicolas March, CEO von Vathos. 

Die wichtigsten Infos in Kürze

Warum ist das Leergutmanagement in der Automobilproduktion so wichtig?

Das Leergutmanagement stellt sicher, dass jederzeit die richtigen Behälter für Produktionsmaterial zur Verfügung stehen. Ein reibungsloser Ablauf verhindert Produktionsstillstände und ist damit entscheidend für einen stabilen Produktionsfluss.

Welche Herausforderung wollte Leadec mit der neuen Lösung lösen?

Die manuelle Sortierung, Prüfung und Stapelung von täglich rund 12.000 Kleinladungsträgern ist ein arbeitsintensiver und wiederkehrender Prozess. Ziel war es, diese Tätigkeiten zu automatisieren, die Prozessstabilität zu erhöhen und die Mitarbeitenden gezielt zu entlasten.

Wie funktioniert die KI-gestützte Pick-and-Place-Lösung?

Ein kollaborativer Roboter („Kalle“) erkennt mithilfe von 3D-Kamera und KI-gestützter Robot-Vision-Software verschiedene KLT-Typen, greift sie mit einem Sauggreifer und stapelt sie automatisch auf Paletten. Die Software wurde mit synthetischen Daten trainiert, um eine präzise, positionsunabhängige Erkennung zu ermöglichen.

Welche Vorteile bietet der Einsatz des Cobots im Alltag?

Der Cobot sorgt für gleichbleibende Qualität, hohe Verfügbarkeit und entlastet die Mitarbeitenden bei repetitiven Aufgaben. Gleichzeitig ermöglicht er eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie eine schnelle Anpassung an neue Anforderungen.

Wie skalierbar ist die Lösung für zukünftige Anwendungen?

Die Lösung ist flexibel und hardwareunabhängig. Neue KLT-Typen können schnell integriert werden, und die Technologie lässt sich einfach in bestehende Systeme einbinden. Ziel ist es, künftig mehr als die Hälfte der Prozesse zu automatisieren und die Lösung auch in weiteren Logistikzentren einzusetzen.


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