Produktionsdaten intelligent nutzen, Prozesse stabiler machen und neue digitale Services schneller umsetzen – genau dafür hat Leadec die Industrial Cloud entwickelt. Im Interview spricht Astrid Lichtl-Dengel, Managerin des AI Competence Center bei Leadec, über die Idee hinter der Plattform, die Zusammenarbeit internationaler Teams und warum die Cloud weit mehr ist als nur eine technische Infrastruktur.
Die Leadec Industrial Cloud: digitale Power für die Produktion von morgen
Frau Lichtl-Dengel, was genau ist eigentlich die Leadec Industrial Cloud?
Die Leadec Industrial Cloud ist unsere zentrale Plattform für digitale Lösungen in der Produktion. Sie verbindet Maschinen und Anlagen in den Werken unserer Kunden mit den digitalen Services von Leadec.
Dabei sammeln wir in Echtzeit Daten – zum Beispiel zu Maschinenzuständen, Verbräuchen oder Positionen – und machen sie für Anwendungen nutzbar. Für unsere Teams bedeutet das vor allem mehr Transparenz, effizientere Abläufe und ein stabiler Produktionsbetrieb bei unseren Kunden.
Wichtig ist dabei vor allem der Plattformgedanke: Statt vieler einzelner Lösungen haben wir eine gemeinsame Basis geschaffen, auf der unterschiedliche Anwendungen laufen. Dazu gehören beispielsweise unsere Lösung LARA, das Vibrations-Monitoring oder TwinFleet für das Management von Flurförderzeugen.
Was macht die Plattform technologisch besonders?
Vor allem, dass wir sie komplett selbst entwickelt haben. Das gibt uns die Freiheit, die Plattform genau so zu nutzen, wie wir sie für unsere Kunden und unsere Strategie brauchen. Anfang 2024 hat unser Production-IT-Team mit der Entwicklung gestartet, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus unserem IT & Innovation Hub in Indien und der Smart Factory Group. Wir haben komplett agil gearbeitet, mit regelmäßigem Feedback und vielen Anpassungen. Das bedeutet auch, Dinge mal wieder zu verwerfen und neu zu denken. Genau dieser offene Mindset war am Ende ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Heute besteht die Industrial Cloud aus insgesamt 31 Hauptkomponenten. Das klingt erstmal technisch. Es zeigt aber vor allem, wie viel Know-how und Entwicklungsarbeit dahintersteckt. Der große Vorteil unserer Eigenentwicklung ist die Flexibilität.
Welchen Mehrwert merken Kunden im Alltag?
In der Produktion zählt jede Minute. Stillstände sind teuer, vor allem, wenn sie ungeplant auftreten. Deshalb geht es vor allem darum, Risiken frühzeitig zu erkennen und Prozesse stabil zu halten.
Und: Mit der Industrial Cloud können neue digitale Lösungen deutlich schneller umgesetzt werden, weil die Infrastruktur bereits vorhanden ist. Teams müssen also nicht jedes Projekt komplett neu aufsetzen, sondern können direkt loslegen. In Produktionsumgebungen, die sich immer schneller weiterentwickeln, auch mit Blick auf KI, haben wir hier natürlich einen großen Vorteil. Und genau das wird in Zukunft entscheidend sein: Geschwindigkeit, Lernfähigkeit und die Möglichkeit, Innovationen schnell in die Praxis zu bringen.
Wir sehen die Industrial Cloud längst nicht mehr nur als technische Plattform. Schritt für Schritt entsteht daraus ein digitales Ökosystem für industrielle Services. Wir unterstützen dadurch unsere digitale Transformation und die unserer Kunden nachhaltig und sichern gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit.





